Neue Fragestellungen für Datenschutz und Klientenschutz in der Sozialen Arbeit

Bei der Seminarvorbereitung für mein Medienethik Seminar kamen mir einige noch ungeklärte Fragen zum Thema Datenauswertung in der Sozialen Arbeit in den Sinn.

Zunächst einmal gibt es recht offensichtliche Fragestellungen, die sich auf Algorithmen gesteuerte Entscheidungsprozesse in der Sozialen Arbeit beziehen. Gerade durch die nahezu flächendeckende digitale Dokumentation von Fällen, liegt es nahe, dass Dokumentationsprogramme Sozialarbeiter*innen zukünftig vorschlagen, wie in einem Fall am besten zu verfahren ist. Über die großen Datenmengen und die genaue Dokumentation, kann mit Hilfe von Datenanalysen hier eine Empfehlung gegeben werden. Die Frage, ob dies hilfreich ist oder nicht, wird hierbei wahrscheinlich in den Hintergrund treten. Evidenzbasierte und vor allem kostengünstige Lösungen werden gesucht. Dass die Software jedoch vorgibt, was überhaupt dokumentiert werden kann – und welche „Wissenslücken“ somit softwareseitig bestehen, ist hierbei zu berücksichtigen. Auf der anderen Seite könnten Empfehlungen unerfahrenen Sozialarbeiter*innen auch helfen. Doch lernen diese dann überhaupt, eigene Entscheidungen zu treffen? Und benötigen wir dann noch Sozialarbeiter*innen in einzelnen Handlungsfeldern? Welche Rolle spielt der Mensch?

Diese Fragen gilt es auf Professionsebene zu beantworten.

Nicht ganz so offensichtlich sind Fragestellungen, die sich durch die ständige Ortbarkeit der Klienten ergeben. Es ist davon auszugehen, dass diese bei Beratungsgesprächen oder ganz allgemein beim Besuch sozialer Einrichtungen ihr Smartphone bei sich tragen. Kombiniert man nun die Bewegungsdaten mit öffentlich zugänglichen Adressen dieser Einrichtungen, kann zumindest Google und Co. Rückschlüsse auf die Problemlagen der einzelnen Personen ziehen. Bewegt sich ein Smartphone regelmäßig in ein Gebäude, in dem Suchtberatung angeboten wird, ist es ein leichtes diese Daten zu verknüpfen.

Wie gehen wir nun damit um, wenn wir die Adressat*innen Sozialer Arbeit beschützen wollen?

Eine Möglichkeit wäre, sensible Einrichtungen nur noch in Gebäuden unter zu bringen, in denen auch andere „harmlose“ Aktivitäten, wie z.B. einkaufen möglich sind.

Welche Ideen haben Sie dazu? Ich freue mich über Kommentare.