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Republica 2012 Nachlese

Am 3. und 4. Mai besuchte ich zum ersten Mal die re:publica (http://re-publica.de/12/) in Berlin. Diese Veranstaltung fand bereits das sechste Mal statt und war mit  4000 Besuchern gut gefüllt. Die hohe Besucherzahl und der große Anteil an Frauen unter dem Publikum führte auf den üblichen Kommunikationswegen der Netzgemeinde (Twitter, Facebook und Co.) zu einigen, teils ernsten, teils weniger ernsten Anmerkungen darüber, dass die Veranstaltung schon „total Mainstream“ geworden ist.

Doch das nur am Rande. Inhaltlich bot die re:publica ein vielfältiges Programm. Aufgeteilt in verschiedene Bereiche (re:learn, re:volt , re:invent und vielen mehr) waren unterschiedliche Themen in Berlin vertreten. Meine Intension war es  vor allem einmal über den Tellerrand zu schauen und nicht nur medienpädagogische Vorträge zu sehen. Das gelang mehr oder minder gut, da es sich herausstellte, dass alles irgendwie mit Medien und Erziehung zusammenhängt- egal wie weit weg vom Thema es sich anhört. Als Pädagogin behält man doch den speziellen Blick. Sich in dem vielfältigen Vortragsangebot zu orientieren und angesichts der vielfältigen Angebote die richtige Session zu finden war gar nicht so einfach. So landete ich am Ende in unterschiedlichen – mehr oder minder interessanten- Vorträgen.

Ich will hier nur einen Vortrag und ein Projekt genauer vorstellen.

Der Vortrag: „Mächtiger als Merkel: Wie Brettspielentwickler Gesetze machen (würden)“                    von Casasola-Merkle (auf Twitter @zeitweise)

Die Session von Casasola-Merkle beschäftigte sich damit, wie man die Erfahrungen, die man aus der Regelerstellung bei Brettspielen die letzten Jahrzehnte gewonnen hat auf die Gesetzgebung anwenden könnte. Hierbei kamen einige Grundthesen heraus, die ich kurz darstellen möchte. Den kompletten Vortrag kann man sich- sobald er online steht- auch noch einmal im Internet anschauen.

Die Grundthesen, die hier auf die Erstellung von Gesetzen angewandt wurden können wunderbar auf die Erstellung von Regeln im erzieherischen Kontext übertragen werden.

Grundthesen:

1. Wenn man nicht unbedingt ein Gesetz braucht, sollte man es weglassen!

Finde ich sehr schön, da wir viel zu viele und übersichtliche Regeln (Gesetze) haben und kein normaler Mensch einen Überblick über diese haben kann. Dieser Grundsatz sollte auch im erzieherischen Kontext gelten. Lieber weniger und einhaltbare und kontrollierbare Regeln als einen ganzen Haufen Regeln, die man sich nicht merken kann und deren Einhaltung man nicht kontrollieren kann.

2. Man hält sich nur an Regeln, wenn man den Sinn der Regeln versteht.

Auch recht simpel und einleuchtend aber ein wichtiger Punkt. Regeln müssen Sinn machen und zwar nicht nur für den, der die Regel aufstellt, sondern auch für die Akteure, die sich an die Regeln halten müssen.

3. Anreize sich nach den Regeln zu verhalten sind besser als Strafen wenn man die Regeln bricht.

Belohnung ist besser als Bestrafung und hilft beim Lernen und Verinnerlichen von Regeln. Ein Grundsatz, den man nicht nur in der Gesetzgebung sondern auch in der Pädagogik wunderbar anwenden kann und nicht vergessen sollte.

4.Gerechtigkeit als wichtiges Kriterium für die Zufriedenheit der Spieler. Jeder muss die gleichen      Chancen haben.

Auch das ist wichtig für die Pädagogik. Für die, die man erzieht muss ersichtlich sein, dass sie gleich behandelt werden. Wichtig ist hier vor allem die Transparenz – für Jugendliche ist eine Gleichbehandlung- selbst wenn sie vorhanden ist- oft nicht ersichtlich, nachvollziehbar, da sie die Erwachsenen nicht verstehen und diese Ihnen nicht erklären warum sie wie handeln.

Das Projekt: Die Edunauten (auf Twitter @edunauten)

Das Projekt war sowohl mit einem Vortrag als auch mit einem Stand vertreten. Um zu erklären was die Edunauten sind, zitiere ich einfach ihre Webseite:

“Die Edunauten sind ein interdisziplinäres Netzwerk, die GPS gestützte Bildung konzipieren und sowohl in der Kinder- und Jugendarbeit, als auch in der Erwachsenenbildung durchführen. Das Ziel der Medien- und Sozialpädagogen, Informatiker und Erziehungswissenschaftler ist es, ganzheitliche Bildungsszenarien zu entwickeln, bei denen die Technik eingebettet ist und der Mensch und seine Umwelt im Mittelpunkt stehen. Dabei beraten die Edunauten, vermitteln, schulen, verleihen Technik und entwickeln gerne auch für Sie GPS-Bildungsprogramme und führen diese durch.“

Hier sollte man sich unbedingt einmal die Internetseite http://edunauten.net/ anschauen wenn man auf der Suche nach Outdoor-Online-Bildungsangeboten ist.

Außerdem…

Wer mehr wissen will kann (auch als nicht Twitter Nutzer) einfach mal bei Twitter den Hashtag #rp12 eingeben und die Onlinekommunikation während der Republica nachlesen. Hashtags werden immer mit einer Raute gekennzeichnet und dienen dazu, Twitter Nachrichten einem Thema oder einer Veranstaltung zuzuordnen. So können unter diesem Tag (Schlagwort) alle dazugehörigen Tweets (Nachrichten) gefunden werden. Viel Spaß beim Lesen!

Außerdem werden viele Vorträge online auf der re:publica Seite im Archiv verfügbar gemacht. Vieles kann man also auch „nachschauen“.

…und zu guter Letzt:

Der Satz der re:publica 2012 war übrigens eindeutig  eine Bemerkung des Regierungssprechers Seibert bei seinem Interview über die Social Media Nutzung der Bundesregierung zu den Gründen der Twitternutzung. Nach der Festestellung, dass sogar der Vatikan twittert stellte er fest: „ In Sachen Modernität sollte man nicht weit hinter dem Vatikan bleiben!“

Medienkompetenz 2.0 in Bad Nauheim

In Bad Nauheim steht das Präventionsjahr unter dem Motto „Medienkompetenz 2.0 – Nutzen und Gefahren der neuen Medien“.

Am 3.5. gibt es hierzu eine sehr spannende Eröffnungsveranstaltung mit musikalischen Show-Acts, einem Web-Alarm-Parcours, einer Web-Native-Galerie sowie der Vorführung von Handy-Hacking und Cyber-Mobbing live auf der Bühne des Theaters. Ab 18:30 Uhr findet die kostenlose Veranstaltung im Jugendstiltheather Dolce statt.

Gefolgt wird diese Veranstaltung von verschiedenen Aktionen an denen ich mit einigen Projekten beteiligt bin. Besonders ist das Ganze, da sich verschiedene Institutionen zusammengeschlossen haben um gemeinsam, mit allen Bad Nauheimer Schulen sich des Themas Medienkompetenz anzunehmen!  Weitere Infos über die Projekte werden hier – inklusive Erfahrungsberichten im Laufe des Jahres folgen.

Den Flyer zur Auftaktveranstaltung finden sie hier…

Bad_N_Poster_1604_online

und den Pressetext gibt es hier:

Internetankündigung-1

“I Took an Arrow in the Knee”- über Internetphänomene und ihren Ursprung

Manchmal schleichen sich in die Kommunikation unter Jugendlichen offline Internetphänomene (Memes) ein. Phrasen aus Computerspielen, Internetforen oder  sozialen Netzwerken werden geteilt, verändert und fließen schließlich in die offline Kommunikation ein. Solche, Meme genannten, Phänomene können unter anderem Flash-Animationen, Kurzfilme, Bilder, Audiobeiträge, Blogs oder ganze Internetseiten sein. Diese verbreiten sich auf Grund ihrer lustigen, schockierenden oder sonst irgendwie auffälligen Inhalte im Internet weiter. Nutzer teilen sie vor allem bei Facebook oder in Spieleforen bzw. während des gemeinsamen Onlinespiels.

Nachdem auf diese Art und Weisen Zeichnungen, Sätze oder Filmszenen verändert und adaptiert werden, lässt es sich für Außenstehende oft schlecht nachvollziehen woher diese Phänomene ursprünglich kommen. Abhilfe hierfür schafft die Internetseite http://knowyourmeme.com/

Hier kann man gezielt nach Sätzen suchen und ihre ursprüngliche Bedeutung herausfinden. So wie der in der Überschrift zitierte Satz aus dem Computerspiel „The Elder Scrolls“

http://knowyourmeme.com/memes/i-took-an-arrow-in-the-knee

Beachtenswert ist hierbei auch die Kommentarfunktion auf der Seite und die Möglichkeit anhand der Views (oben rechts am Artikel durch eine Brille dargestellt)  herauszufinden wie aktuell ein Meme gerade ist.

Linktipps

„Web 2.0 in der politischen Bildung – Lernformate zwischen Bildungsstätte und Internet“ stellt Jöran Muuß-Merholz in diesem Video für pb21.de vor. Der Beitrag ist schon etwas älter, aber gewinnt gerade an Aktualität, da in immer mehr Veranstaltungen Medien eingesetzt werden um diese zu dokumentieren oder um Personen die nicht anwesend sein können an der Diskussion teilhaben zu lassen.

http://vimeo.com/25860662

80 englischsprachige Alternativen zu Youtube für den Einsatz im Unterricht stellt dieses ebook vor:

http://issuu.com/medkh9/docs/eighty_alternatives_to_youtube/1

Termine April/Mai 2012

Am 17.4.2012 gebe ich zusammen mit meiner Kollegin Frau Kremser eine Fortbildung zu Prezi – einem Plattformunabhängingen Präsentationsprogramm- für den Jugendschutz FFM

http://www.jugendschutz-frankfurt.de/

Am 19.4.2012 spreche ich, ebenfalls zusammen mit Frau Kremser, auf dem Hessischen Jugendschutzmeeting zum Thema Onlinemobbing.

Am 9.5.2012 findet der Fachtag „Mobbing & Cybermobbing“ im Offenbacher Rathaus statt. Den Flyer dazu können sie hier herunterladen:

FachtagFlyerfront2012 

FachtagFlyerinnen2012

 

Spotify und Pinterest… was ist das?

Nachdem in den letzten Wochen diese beiden Angebote immer polulärer wurden hat mein Infocafe – Mitarbeiter Stephan Schölzel (http://about.me/stephan.schoelzel) einen kurzen „Erklärtext“ hierzu verfasst:

Printerst ist ein „Visual Bookmarking“ Dienst (Lesezeichen Dienst) bzw. Pinterest ist der Visual Bookmarking Dienst, da das Konzept  erst mit Pinterest zum Erfolg wurde.  Im Grunde ist Pinterest, ein „klassisches“ Bookmarking Portal wie beispielsweise Digg.com. Auf einer solchen Seite können User ihre Lieblingslinks und Entdeckungen im Netz festhalten, speichern und mit anderen teilen. Der Unterschied zu den Bookmarks, also Lesezeichen, im eigenen Browser ist, dass auch andere diese sehen können.

Diese Grundidee der „öffentlichen Lesezeichen“ hat inzwischen viele Nachfolger, die eine oder mehrere Ideen hinzugefügt haben. Dazu gehört beispielsweise ein „Up-“ oder „Down-Voting“, das bedeutet, dass Links die oft gepostet werden in der Popularität steigen. Diese  Konzepte sind nicht neu, aber erst in jüngerer Geschichte für die breite Masse zugänglich geworden.

Pinterest  punktet allerdings nicht mit „mehr Funktionen“ und „mehr Komplexität“ sondern mit  Einfachheit. Bei Pinterest wird nur der Link gepostet, allerdings in Form eines Bildes, eines Snapshots der verlinken Website oder einem anderen Eyecatcher. Pinterest wirkt so wie eine bunte Collage des Netzes,  die auf einer visuellen Ebene, daher Visual Bookmarking, einfach und für jeden zugänglich ist. Besonders viele Inhalte die man im „Großen“ Printerst findet stammen aus der Ecke Mode, Do it yourself (DIY), Architektur, Backen und kreativer Gestaltung.

Pinterest bietet jedem User aber auch die Möglichkeit seine ganz eigene kleine Webcollage zu gestalten, die mitunter wahre Fundgruben zu gewissen Themenbereichen darstellen.Nach der Anmeldung fügt man Einträge mit einem Klick auf einen individualisierten Bookmark im eigenen Browser der Collage hinzu – einfacher geht es kaum. Zu Bedenken ist, dass der Dienst eng  an Facebook gebunden ist und man sich darüber im Klaren sein sollte. Kosten entstehen keine.

Spotify ist, im Gegensatz zu Printerst nicht „nur“ populär geworden, sondern war bis Anfang März 2012 in Deutschland nicht verfügbar.

Es handelt sich bei Spotify um einen Musik-Streaming-Dienst, quasi ein Onlineradio in dem man sich selbst aussuchen kann was man hören möchte. Spotify ist in diesem Geschäft, zumindest in den USA, ein alter (und erfolgreicher) Hase.Das Motto von Spotify könnte man mit „Hör was du willst, wann du willst“ – denn die Musikdatenbank von Spotify ist gewaltig. Natürlich findet man nicht alles, je weiter man sich vom „Mainstream“ entfernt desto  schwerer wird es zu finden was man sucht. Allerdings ist Spotify stetig damit beschäftigt die Musikdatenbank auszubauen.

Spotify bietet einem die Wahl zwischen drei  Kontomodellen die, vereinfacht dargestellt, folgende sind:
1. Spotify Basic – kostenlos online Musikhören mit Werbung

2. Spotify Unlimited – keine Werbung und so viel Musik wie man will; 5€ im Monat

3. Spotify  Premium – keine Werbung, offline verfügbar und sowohl mobil und über Soundsysteme nutzbar; 10€ im Monat

Spotify ist dabei in Deutschland extrem eng an Facebook gebunden. Hier ist es nicht möglich einen Spotify – Account ohne Facebook anzulegen. Man kann die umfangreichen Social Media Funktionen von Spotify zwar abschalten, so kann man verhindern, dass jeder klick und jedes gehörte Musikstück für alle Freunde sichtbar wird, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man seinen Musikgeschmack-  zumindest vor dem Unternehmen Spotify- nicht verstecken kann.

Fachtag: “Teilen und Beteiligen – die Potentiale digitaler Medien nutzen!”

Das Netzwerk Medienpädagogik Rhein Main veranstaltet wie (fast) jedes Jahr einen großen Fachtag zu digitalen Medien. Dieses Jahr wird es am 15.Mai um die Potentiale dieser gehen. Mit zwei Eingangsvorträgen über jugendliche Mediennutzung und über Facebookgruppen als Organisationsmittel werden die Teilnehmer zunächst einmal eine Grundinformation bekommen. Am Nachmittag geht es statt wie bisher gewohnt nicht in Arbeitsgruppen sondern es wird eine Art Mini-Barcamp geben. Jeder Teilnehmer kann hier etwas beitragen- muss es aber nicht. Wir sind gespannt auf die Beiträge und Reaktionen. Mehr Infos und den Flyer gibts auf der Seite des Netzwerks:

http://www.medien-rheinmain.de/

Medienscouts ARS-Langen: Zwischenbericht

Nach dem ersten Durchgang der Medienscouts Schulung an der ARS-Langen ist es Zeit für einen kurzen Bericht. Das Projekt findet an der Adolf-Rechwein-Schule in Langen statt und wird vor Ort von Herrn Kurz betreut. Ich bin als freie Referentin für das Projekt gebucht worden, nachdem ich im Rahmen meines empirischen Teils der Promotion bereits 2010 an der Schule war und dort sehr nett empfangen worden bin. Gestartet wurde das jetzige Projekt letztes Jahr mit einem Aufruf über Facebook. Herr Kurz, der Facebook sehr verantwortungsvoll im schulischen Kontext nutzt, hatte hierzu das nötige virtuelle Netzwerk. Nachdem eine Menge Interessenten zusammen kamen wurde ein Termin mit den zukünftigen Scouts vereinbart. In zwei Grundschulungen erhielten diese neben Hintergrundwissen auch Material an die Hand, mit dem sie selbstständig die jüngeren Jahrgangsstufen beschulen konnten.

Die Scouts übten selbstständig mit dem Material und machen sich auf die 7. Klassen, aber auch vereinzelt die 5. und 6. Klassen zu besuchen. So wurden sie an der Schule bekannt. Darüber hinaus gibt es eine FB Gruppe der Scouts in der Herr Kurz und ich als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. In dieser können Probleme schnell und unkompliziert gelöst werden und Organisatiorische Dinge besprochen werden. Letzten Montag (26.3.2012) bekamen die Scouts ihr erstes Zertifikat im Rahmen eines begleitenden Elternabends an der Schule überreicht. Nächstes Jahr sollen dann die bereits ausgebildeten Scouts die nächste Generation mitschulen. Das Material haben sie mitlerweile verbessert, angepasst und auf sich zugeschnitten.

Einen weiteren Bericht über das Projekt findet man bei „Sicher Dein Web“ – Herr Kurz und ich stellten die Medienscouts auf dem Educamp vor:

http://www.sicher-dein-web.de/allgemein/schulermedienscouts-praxisbericht-beim-ecco12

Den Blog von Herrn Kurz findet man hier…

http://widerspiegel.wordpress.com/

…und seine Präsentation zu den Scouts gibts bei Prezi:

http://prezi.com/od2kr1fhpbaq/facebook-und-schule-medienscouts-konzept/

Eine Matrix zur ersten Vorgehensweise bei Onlinemobbingfällen für die Jugendlichen gibts auf dieser Seite unter Texte zum Download.