Facebookpartys … (erweitert am 13.07.2011)

als ich das erste mal in der Presse von Facebookpartys hörte, entlockte mir das nur ein kleines Schmunzeln und den Gedanken : “ hmm mal wieder ein Lückenfüller und Internet ist ja spannend ;)“.

Die Kids redeten schon lange vor der Presse von diesen Partys- allerdings mit einem ganz anderen Tenor als man es auf Grund der Pressemeldungen denken sollte. Ihre Meinung war von Anfang an: „Wie kann man nur so blöd sein? Das man Veranstaltungen nicht öffentlich macht weiß doch jeder!“

Zunächst einmal sollte man also genau unterscheiden, ob es sich um eine Facebookparty handelt, die jemand ausversehen öffentlich erstellt hat, oder um eine geplante Aktion. Dieser Unterschied wird so gut wie nie öffentlich behandelt.

Darum musste ich heute beim Lesen dieser Meldung: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,772025,00.html auch kräftig den Kopf schütteln. Denn NEIN Jugendliche sind nicht völlig unbedarft und machen nur Mist. Facebookpartys sind NICHT für viele Jugendliche ein großer Spaß, die meisten wissen, spätestens nach Tessas Party, ganz genau, welche Folgen solche Partys haben. Sie wissen, dass der Einladende zur Kasse gebeten wird und sie wissen, dass man nicht randaliert und fremde Grundstücke verwüstet.  Symptomatisch für die Politik  ist mal wieder der Ruf nach Verboten (und nach Aufklärung). Natürlich muss man Kindern und Jugendlichen den Umgang mit dem Internet und dem Leben beibringen und ihnen die richtigen Impulse geben. Aber bitte nicht immer, wenn gerade ein Thema in den Medien unterwegs ist, sondern besser mit langfristigen, wirksamen Aktionen und nicht mit Verboten. Es sollten endlich langfristige Aufklärungsangebote und vor allem „Hands on“ ( handlungsorientierte Angebote) gefördert werden und nicht ein Thema nach dem anderen in den Medien verheizt werden.

Übrigens sind Facebookpartys, genau wie Onlinemobbing, kein reines Jugendthema… bei Xing lud  ein erwachsenens Mitglied ausversehen viel zu viele Menschen zu seiner Grillparty ein.

http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/xing-manager-laedt-millionen-zur-grillparty-ein/4309468.html

Lange Rede kurzer Sinn: Bitte liebe Medien, stellt die Jugendlichen nicht als völlig doof dar- dieses Bild ist einfach falsch. Die Fehler einiger Weniger sollten nicht zu einem “ Facebook-Partys sind für viele Jugendliche ein großer Spaß“ (Zitat aus dem Spiegel Artikel) werden. Es sind eben nicht VIELE, sondern nur einige. Danke 😉

Edit am 4.7.2011: Hier noch ein Positivbeispiel zur Debatte

http://www.sueddeutsche.de/digital/debatte-ueber-verbote-innenminister-wollen-facebook-partyexzesse-stoppen-1.1115548

und mein kleiner Radiobeitrag bei HR-Info: “ Der Schmale Grat zwischen Spaß und Eskalation“

http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?jmpage=1&rubrik=65601&mediakey=hrinfo/20110704_Ehrhardt%20Das%20gute%20und%20boese%20Netz_audio_128k&type=a&jm=1&key=standard_document_41958781

und natürlich der Beitrag im Postillon ( Achtung Satire ;)) „Über 7000 Jugendliche bei Facebookparty auf dem Mond erstickt“

http://www.der-postillon.com/2011/07/uber-7000-jugendliche-bei-facebook.html

Schön dass der Artikel nicht stirbt… hier kommt noch ein Link zum schmunzeln:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,774049,00.html

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